Hardbat-Regeln

Allgemeingültige Regeln für Hardbat-Tischtennis gibt es in Deutschland nicht, weil der Deutsche Tischtennis-Bund bislang keine veröffentlicht hat und es keine andere Organisation gibt, die dafür zuständig wäre. Also muss jeder Verein, der Hardbat-Spiele oder Hardbat-Turniere organisieren will, selbst im Vorfeld die dafür geltenden Regeln bekanntgeben.

Der TTC Eintracht Nordhorn als Veranstalter des ältesten deutschen Hardbat-Turniers hat sich entschieden, bei seinen Veranstaltungen dafür weitestgehend die gültigen Tischtennisregeln zu verwenden. Der Grund ist einfach der, dass die meisten Teilnehmer genau diese Regeln kennen, weil sie auch sonst danach spielen. Einzig und allein bei den Schlägerbelägen sind - verständlicherweise - drei Ausnahmen von den Internationalen TT-Regeln für die Hardbat-Veranstaltungen beschlossen worden. Diese sind:

1.) Die ITTF-Regel A 4.3 (Schlägerbeläge) wird wie folgt abgewandelt: "Eine zum Schlagen des Balls benutzte Seite des Blattes muss mit gewöhnlichem Noppengummi (Noppen nach außen, Gesamtdicke einschließlich Klebstoff höchstens 2 mm, keine Schwammunterlage) bedeckt sein. Lange Noppen mit einem Verhältnis zwischen Noppenlänge und Noppendurchmesser (aspect ratio) von mehr als 0,9 (laut ITTF-Liste der zugelassenen Schlägerbeläge; siehe www.ittf.com) sind nicht zugelassen, selbst wenn sie ohne Schwammunterlage verwendet werden."

Dies ist die wichtigste Regel, die einen Schläger als Brettchen klassifiziert. Noch einmal in verständlichen Worten: kurze Noppen außen ohne Schwamm.

2.) Die ITTF-Regel A 4.6 ("Die eine Schlägerseite muss leuchtendrot, die andere schwarz sein") wird außer Kraft gesetzt.

Dies geschieht, damit bei unseren Veranstaltungen keine Schläger verboten sind, die aufgrund ihrer Beschaffenheit (siehe Regel 1) eigentlich ein Brettchen sind.

3.) Die ITTF-Regel B 2.1.3 ("Auf einer zum Schlagen des Balles benutzten Schlägerseite dürfen nur Beläge verwendet werden, die eine gültige ITTF-Genehmigung besitzen. Sie müssen so auf dem Schläger angebracht sein, dass am Rand der Schlagfläche Warenzeichen und ITTF-Symbol deutlich zu erkennen sind") wird außer Kraft gesetzt.

Auch dies wird nur gemacht, damit alle Schläger, die die Hardbat-Eigenschaften nach Regel 1 erfüllen, auch wirklich genutzt werden dürfen.

Eine beispielhafte Aufstellung von Belägen, die für Hardbat-Spiele zugelassen sind, befindet sich auf der Seite "Hardbat-Beläge". Es handelt sich um alle Beläge aus den dortigen Gruppen A, B und C. Dort führen wir in Gruppe D auch eine Liste von Noppen außen-Belägen, die wegen Nichteinhaltung der obigen Regel 1 (Noppengeometrie) bei Brettchen-Spielen nicht zugelassen sind.

Alle anderen Regeln gelten wie im normalen Tischtennis. Also wird auch bei unseren Hardbat-Veranstaltungen seit 1.7. 2001 mit dem 40 mm Ball gespielt und seit dem 1.8.2001 die neue Satzlänge bis 11 verwendet. Uns geht es darum, Hardbat-Tischtennis fast genau so zu spielen wie das heutige Tischtennis, nur eben mit bestimmten Schlägerbelägen, mit denen normalerweise längere Ballwechsel entstehen. Wir nennen das "modernes" Hardbat-Tischtennis. Es geht uns nicht darum, Tischtennis in allen Aspekten genau so zu spielen, wie es bis zum Aufkommen der Schwammschläger 1951 gespielt wurde. Damit unterscheiden wir uns von den Anhängern des "klassischen" Hardbat-Tischtennis, das sich insbesondere in den USA innerhalb der dortigen Hardbat-Bewegung gegen Ende 2005 durchgesetzt hat.

Wir würden uns freuen, wenn andere Vereine in Deutschland, die eine Hardbat-Veranstaltung durchführen wollen, auch die von uns verwendeten obigen Regeln des "modernen" Hardbat-Tischtennis anwenden würden!


Der Vollständigkeit halber sollen hier jedoch auch die Regeln des "klassischen" Hardbat-Tischtennis aus den USA aufgeführt werden:

Dort gelten verschärfte Regeln in Bezug auf die Beläge. So dürfen nur ganz wenige bestimmte klassische Noppengummibeläge verwendet werden. Das sind solche, die die gleichen Spieleigenschaften haben wie die Beläge aus der Zeit vor 1952. Ihre Noppen sind härter und glatter als die modernen Noppen, und deshalb kann mit ihnen noch weniger Schnitt produziert werden als mit den modernen Noppengummibelägen. Es handelt sich genau um die Beläge der Gruppe A auf der Seite "Hardbat-Beläge".

Außerdem dürfen dort auf beiden Seiten des Schlägerblattes nur die gleichen Beläge verwendet werden.

Das Schlägerblatt darf nur aus Holz bestehen; jegliche andere Zusätze wie beispielsweise Schichten aus Karbon oder Glasfiber sind beim klassischen Hardbat-Tischtennis nicht zugelassen.

Bezüglich der Bälle dürfen dort neben den 40 mm-Bällen auch 38 mm-Bälle verwendet werden - bei jeder Veranstaltung natürlich nur eine der beiden Größen. Es gibt in den USA allerdings auch Bestrebungen, die 40 mm-Bälle für klassische Hardbat-Turniere zukünftig nicht mehr zuzulassen.


Und dann gibt es seit kurzem auch noch die Regeln für Hardbat-Tischtennis in Holland und England:

In diesen beiden Ländern kann man bei Hardbat-Turnieren nicht mit den eigenen Brettchen spielen, sondern muss die einheitlichen Schläger nehmen, die vom Veranstalter zur Verfügung gestellt werden. In Holland sind zudem nur Rückhand-Aufschläge zugelassen; in England hat man eigens einen Hardbat-Belag produziert und von der ITTF genehmigen lassen, der die Spieleigenschaften der Beläge aus der Mitte des letzten Jahrhunderts besitzt und besonders "harmlos" ist (HEATT Fair Play) und mit dem bei allen dortigen Turnieren gespielt werden muss. Darüber hinaus liegen die Schläger vor dem Spiel auf dem Tisch und bleiben während des gesamten Spiels auf der jeweiligen Seite des Netzes. Das bedeutet, dass die Spieler bei jedem Seitenwechsel die Schläger tauschen.