Brettchen-Stadtmeisterschaften von Nordhorn 2005/2006 am 06.01.2006

Nils Ballast in den Fußstapfen von Lars Brinkhaus

Nordhorn (HH). Drei Jahre hat es gedauert, bis nach der Premiere 2003 wieder Brettchen-Stadtmeisterschaften von Nordhorn ausgetragen werden konnten. In den beiden Jahren dazwischen hatten die turnusmäßigen Ausrichter TTC Nordhorn und SpVgg. Brandlecht/Hestrup sich nicht zu einer Durchführung dieser Klassen durchringen können - und das, obwohl damals wie heute der Großteil der Starter von diesen beiden Vereinen gestellt wurde.

Damals wie heute hatten sich elf Brettchen-Fans eingefunden, wobei diesmal nur zwei Jugendliche, dafür aber neun Herren dabei waren. Schnell war klar, dass eine gemeinsame Konkurrenz ausgespielt werden sollte und die beiden Jugendlichen anschließend ihr Endspiel durchführen sollten. Kurz nach der Aufteilung auf zwei Vorrundengruppen mit fünf bzw. sechs Spielern und Aufnahme der ersten Runde betrat mit dem früheren Eintracht-Spieler Gerold Momann ein Trainingswilliger die Halle, der sich eigentlich mit seinem normalen Schläger auf ein für ihn anstehendes Qualifikationsturnier am Sonntag vorbereiten wollte. Doch daraus wurde nichts - ihm wurde einfach ein Brettchen in die Hand gedrückt, ein Startrecht außer Konkurrenz eingeräumt (schließlich wohnt und spielt er seit Jahren im ostwestfälischen Versmold) und aus der Fünfergruppe eine Sechsergruppe gemacht.

Was danach passierte, war schon beachtlich - in seinem ersten Brettchen-Turnier überhaupt schlug Gerold Momann alles, was ihm vor das Hardbat kam. So auch Frederik Beckert, den Brandlechter Neuzugang, der zuletzt 2001 mit gutem Erfolg an zwei Brettchen-Turnieren teilgenommen hatte und deshalb noch immer auf Platz 64 der deutschen Brettchen-Rangliste steht, oder Andre Schramm, den früheren TTC-Spieler mit massiver Brettchen-Erfahrung und aktueller Nr. 103 der Rangliste. Letzterer blieb jedoch nicht nur gegen Momann etwas hinter den Erwartungen zurück und wurde nur Fünfter in der Gruppe, aus der sich Frederik Beckert und überraschend auch Daniel Lammers (TTC Nordhorn) für das Halbfinale qualifizierten, nachdem die Spiele von Momann herausgerechnet worden waren, weil dieser ja nur außer Konkurrenz teilnahm.

In der anderen Gruppe testete Turnierleiter Hilmar Heinrichmeyer als Vize-Stadtmeister von 2003 und Favorit nach dem Startverzicht von Lars Brinkhaus erneut seinen klassischen Hardbat-Schläger mit hellblauen und violetten Leland-Belägen des englischen Hardbat-Belag-Herstellers Alphatool. Gleich im zweiten Spiel fand er im jungen Brandlechter Nils Ballast seinen Meister, dessen schnelle und schnittreiche Aufschläge und platzierten Topspins nicht einmal von dem klassischen Noppengummi neutralisiert werden konnten. Mit 3:1 setzte sich Ballast völlig verdient und überzeugend durch. Beide gewannen auch ihre drei restlichen Spiele und zogen ins Halbfinale ein. Florian Schuhmann (TTC Nordhorn) hatte schon in der ersten Runde gegen Ballast verloren und wurde nach dem abschließenden Endspiel um Platz 2 in der Gruppe, das er nach 2:0-Satzführung gegen Heinrichmeyer noch verlor, Vorrundengruppendritter.

In der Endrunde ging Nils Ballast über fünf Sätze, bevor er Daniel Lammers aus dem Rennen geworfen hatte. Parallel dazu musste Hilmar Heinrichmeyer im zweiten Halbfinale überraschend nur im ersten von drei Sätzen massiven Widerstand von Frederik Beckert brechen (17:15). Danach war diesem die fehlende Brettchen-Praxis durchaus anzumerken, denn dass er mit dem einfachen Schläger mehr kann, hatte er schon vor Jahren bewiesen. Immerhin kam Beckert nach einem klaren 3:0-Sieg über Lammers auf Platz 3, während es im Finale nach einer klaren Sache für Ballast aussah. Heinrichmeyer hatte für das Endspiel auf seinen Standard-Schläger mit TSP-Miracle-Belägen zurückgegriffen und lag doch schnell mit 0:2 Sätzen hinten. Dann jedoch zeigte Ballast Schwächen - Heinrichmeyer retournierte mehr und mehr seiner Aufschläge, und auch die Angriffsschläge des Brandlechters erreichten deutlich seltener ihr Ziel als zuvor. Nach dem Satzausgleich und der 8:3-Führung im fünften Satz schien für den Eintracht-Routinier schon alles gelaufen - doch das Spiel war noch nicht zu Ende. Nils Ballast traf auf einmal wieder und servierte auch konzentrierter - er wendete damit das Spiel doch noch zu seinen Gunsten bis zum hauchdünnen 14:12-Satz- und Spielgewinn.

Im Doppel-Halbfinale überzeugten die beiden bis dahin nicht gerade überragenden sonstigen Langnoppenspieler Jörg Jagusch und Andre Schramm, als sie den beiden Eintracht-Spielern Rudi Knospe und Hilmar Heinrichmeyer keine Chance ließen, während gleichzeitig Nils Ballast und Frederik Beckert gegen Daniel Lammers/Karsten Frede schon mehr Widerstand zu brechen hatten. Auch das Finale ging über vier Sätze und endete mit dem Sieg von Ballast/Beckert.

Mit dem 3:1-Sieg von Kai Veenhuis gegen Julian Creemer (beides übrigens Brettchen-Erstlinge) im Jungen-Finale fiel auch der dritte zu vergebende Titel an die SpVgg. Brandlecht-Hestrup, und es bleibt zu hoffen, dass es 2007, wenn dieser Verein turnusmäßig mit der Ausrichtung der dann 59. Nordhorner Stadtmeisterschaften an der Reihe ist, zum drittenmal um Brettchen-Titel gehen wird und nicht erst wieder im Jahre 2009.