Brettchenturnier im Rahmen der Tegel Open 2003 des VfL Tegel am 29.05.2003 in Berlin

Gerhard Zeidler steigert sich von Spiel zu Spiel

Berlin-Tegel (HH). 29 Starter, darunter auch zahlreiche Nachwuchsspieler, nahmen bei den international offenen 9. Tegel Open in Berlin in der zum zweitenmal angebotenen Brettchenklasse in sieben Vorrundengruppen den Kampf um den Einzug in die Endrunde auf. Im Gegensatz zur letztjährigen Premiere als "Nostalgieturnier" wurde diesmal auf drei Gewinnsätze bis 11 und mit den großen 40mm-Bällen gespielt. Bis auf zwei echte Brettchenspieler war es für alle anderen der erste oder zweite Versuch, auch mit den ungewohnten Noppengummischlägern brauchbare Schläge auf den Tisch zu zaubern.

Das gelang den Akteuren mit unterschiedlichem Erfolg, wobei mancher erst im Verlauf des Turniers den Dreh richtig raus hatte. So auch Gerhard Zeidler vom TSV Tempelhof-Mariendorf, der im ersten Vorrundenspiel gegen Herthas Nachwuchshoffnung Eric Osbar (im Vorjahr bereits Fünfter) mit 0:3 unterlag und nur als Gruppenzweiter die Endrunde erreichte. Danach jedoch sollte es für den Mittfünfziger, der vor ca. 40 Jahren vom Brettchen auf den Schwammschläger umgestiegen war, keine Niederlage mehr geben. Zeidler, der Anfang der siebziger Jahre unter seinem Geburtsnamen Büttner zu einigen Erstligaeinsätzen in Hertha BSCs Bundesligamannschaft gekommen war und heute in der Bezirksliga spielt, ließ mit seiner dominierenden Rückhand im Halbfinale Carsten Riemer (TTC Mariendorf) mit 3:1 und im Finale Oliver Bohnsack (TTC Neukölln) mit 3:0 keine echte Siegchance und wurde damit Nachfolger von Carsten Schwemmer, der zwar angemeldet war, aber krankheitsbedingt nicht antreten konnte. Der Vorjahreszweite Klaus Becker vom VfB Hermsdorf war hingegen erneut am Start und wurde als Fünfter bester der beiden echten Brettchenspieler, nachdem er mit Hilmar Heinrichmeyer (SV Eintracht Nordhorn) den einzigen auswärtigen Teilnehmer im Achtelfinale im Direktduell in fünf umkämpften Sätzen selbst aus dem Rennen geworfen hatte.

Mit Niels Büchel (Platz 3) und Eric Osbar (Platz 5) kamen zwei Nachwuchsspieler von Hertha BSC auf vordere Plätze und zeigten damit, dass auch Jugendspieler mit einem Brettchen in der Hand umzugehen verstehen. Veranstalter VfL Tegel hat mit seiner Entscheidung, die Brettchenklasse vom letzten auf den ersten Turniertag zu verlegen, einen guten Griff getan und brachte die Konkurrenz mit den ungewöhnlichen Schlaggeräuschen, über die sich die Teilnehmer der gleichzeitig laufenden Doppelkonkurrenz nur anfangs wunderten, reibungslos über die Bühne.